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Notfallvorrat an Lebensmitteln – was ist sinnvoll?

Einen Notfallvorrat an Lebensmitteln sollten wir alle zu Hause haben. Die Coronakrise und eine mögliche Quarantäne, die uns alle treffen kann, macht das Thema wieder top aktuell.

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Notfallvorrat Marmeladengläser

Kaum jemand hat heutzutage noch einen Notfallvorrat an Lebensmitteln zu Hause. Die meisten Supermärkte haben montags bis samstags von 7 – 22 Uhr geöffnet und darüber hinaus bieten viele Tankstellen nachts und sonntags ein überraschend gutes Sortiment.

Warum ist ein Notfallvorrat an Lebensmitteln wichtig?

Ein länger anhaltender Stromausfall wäre das schlimmste Szenario für eine Notfallvorsorge. Denn in diesem Fall wären alle Geschäfte geschlossen und die eigenen Vorräte in Kühl- und Gefrierschrank würden innerhalb kürzester Zeit verderben. Aber auch bei Unwetter, Hochwasser oder starkem Schneefall sowie Glätte ist ein Lebensmittelvorrat durchaus sinnvoll.

In Zeiten von Corona rückt eine Situation in den Fokus, die jeden von uns ganz überraschend treffen kann: die Quarantäne. „Gehe nicht zum Einkaufen, lege keine Vorräte an, sondern begib dich sofort in Quarantäne.“ So würde deine Anweisung auf der Ereigniskarte eines bekannten Gesellschaftsspiels lauten. Aber im Ernst, ein sorgfältig zusammengestellter Lebensmittelvorrat gibt dir Sicherheit und du kannst ganz in Ruhe überlegen, wer dich unterstützen kann und kleine Besorgungen für dich übernehmen kann.

Für wie viele Tage sollte dein Vorrat an Lebensmitteln reichen

Essen und Trinken solltest du für etwa 10 Tage zu Hause haben. Das bringt dich sicher durch eine eventuelle Quarantäne und bei einem länger dauernden Stromausfall oder einer Unwetterlage bist du gut versorgt, bis staatliche Hilfe eintrifft. Falls du nur wenig Platz zum Lagern von Lebensmitteln hast, dann ist ein kleiner Vorrat besser als gar kein Vorrat.

Diese Grundnahrungsmittel gehören in den Notfallvorrat

Die angegebenen Mengen sind berechnet für eine erwachsene Person bei einer täglichen Energiezufuhr von 2.200 Kalorien.

Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

3,5 kg Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln

Dazu zählen:

  • Zwieback
  • Knäckebrot
  • Vollkornbrot, abgepackt
  • Nudeln
  • Reis
  • Haferflocken
  • Kartoffeln

4 kg Gemüse

Gemüse frisch zu bevorraten macht keinen Sinn wegen der kurzen Haltbarkeit außer bei Zwiebeln. Deshalb müssen die verschiedenen Gemüsesorten als Konserven gelagert werden. Doch Konserven sind viel besser als ihr Ruf. Warum kannst du hier lesen.

Dazu zählen:

  • Zwiebeln, frisch
  • Sauerkraut, Konserve
  • Rotkraut, Konserve
  • Erbsen/Möhren, Konserve
  • Mais, Konserve
  • Rote Bete, Konserve
  • grüne Bohnen, Konserve
  • Spargel, Konserve
  • Pilze, Konserve
  • saure Gurken, Glas

2,5 kg Obst, Trockenobst, Nüsse und Samen

Die meisten Obstsorten können ebenfalls nicht frisch gelagert werden. Deshalb solltest du auch bei Obst auf Konserven zurückgreifen. Etwas frisches Obst, wie Äpfel, Birnen, Bananen oder Mandarinen und Orangen, die etwas länger haltbar sind, sind in den meisten Haushalten sowieso immer für ein paar Tage vorrätig.

Dazu zählen:

  • Kirsche, Konserve
  • Ananas, Konserve
  • Pfirsiche, Konserve
  • Aprikosen, Konserve
  • Rosinen, getrocknet
  • Pflaumen, getrocknet
  • Aprikosen, getrocknet
  • Cranberries, getrocknet
  • Haselnusskerne
  • Walnusskerne
  • Cashewnüsse
  • Kürbiskerne
  • Sonnenblumenkerne

2,5 kg Milch und Milchprodukte

Dazu zählen:

  • H-Milch oder eine pflanzliche Alternative wie Hafermilch oder Mandelmilch
  • Hartkäse oder eine vegane Käsealternative

1,5 kg Eier, Fleisch, Wurst, Käse

Bei vegetarischer oder veganer Ernährung ersetzt du die Produkte einfach durch vegane Produkte, die du sonst auch gerne isst.

Dazu zählen:

  • Eier, 10 Stück
  • Bockwürstchen, Konserve
  • Dauerwurst, zum Beispiel Salami
  • Corned Beef, Konserve
  • Kalbsleberwurst, Konserve
  • Heringsfilet in soße, Konserve
  • Thunfisch, Konserve

500 g Öle, Fette

Dazu zählen:

  • Butter, Margarine oder pflanzliche Alternative
  • Speiseöle (Sonnenblumenöl, Rapsöl, Olivenöl)

20 Liter Getränke

Dazu zählen:

  • Mineralwasser, zwei Liter pro Tag
  • Kaffee
  • Tee
  • Fruchtsäfte

Hier kannst du dir die komplette Liste bequem als PDF downloaden oder abspeichern.

10 Tipps für deinen Notfallvorrat

1. Persönlichen Energiebedarf beachten

Dein persönlicher Vorrat an Lebensmittel orientiert sich an der Anzahl der Personen in deinem Haushalt. Für Erwachsene wird eine Energiezufuhr von täglich 2.200 Kalorien empfohlen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft stellt einen Vorratskalkulator zur Verfügung, mit dem du für deine Familie den Notfallvorrat für 1 – 28 Tage bequem berechnen und anschließend ausdrucken kannst.

2. Individuelle Geschmacksvorlieben und Allergien berücksichtigen

Nicht alle Lebensmittel, die für die Notfallvorsorge empfohlen werden, eignen sich für deine Familie. Du musst auf jeden Fall mögliche Allergien aller Familienmitglieder gegen bestimmte Lebensmittel beachten und durch andere Produkte ersetzen. Auch Geschmacksvorlieben solltest du unbedingt berücksichtigen. Was normalerweise nicht schmeckt, schmeckt auch in einer Notsituation nicht.

3. Babys und Kleinkinder nicht vergessen

Für Babys und Kleinkinder brauchst du natürlich andere Nahrungsmittel als für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene. Babybrei und Babygläschen mit Gemüse oder Obst lassen sich gut bevorraten, da sie in der Regel viele Monate haltbar sind.

4. Auf ausgewogene Ernährung achten

Dein Körper braucht Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette, aber auch ausreichend Vitamine und Mineralstoffe. Gerade in Notsituationen oder im Fall einer Quarantäne, besonders, wenn du dich krank und schlapp fühlst, ist eine gesunde Ernährung wichtig.

5. Für ausreichend Flüssigkeit sorgen

Ein ausreichender Vorrat an Getränken ist sehr wichtig, denn ohne Flüssigkeit kannst du nur wenige Tage auskommen. Für jeden Erwachsenen solltest du zwei Liter täglich einplanen. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass die Versorgung mit Leitungswasser im Notfall nicht mehr gewährleistet ist, aber sag niemals nie. In dem Fall brauchst du zusätzlich Mineralwasser zum Kochen und für die Hygiene, zum Beispiel zum Zähne putzen.

6. Vorrat in die täglichen Essgewohnheiten integrieren

Es gibt keinen Sinn, Vorräte anzulegen, die nur für den Notfall bestimmt sind. Denn irgendwann wäre das Mindesthaltbarkeitsdatum der Lebensmittel abgelaufen und du müsstest alles wegwerfen und neu einkaufen. Das ist weder nachhaltig noch finanziell eine gute Idee. Außerdem solltest du nur Lebensmittel kaufen, die auch außerhalb von Notsituationen immer wieder gegessen werden. Von diesen Lebensmitteln legst du dir einen großzügigen Vorrat an. Da sie regelmäßig verbraucht und nachgekauft werden, hast du immer einen ausreichenden Vorrat zu Hause, ohne auf das Mindesthaltbarkeitsdatum zu achten. Also die neuen Vorräte immer ganz hinten ins Regal stellen und von vorne weg verbrauchen.

7. Den Notfallvorrat nach und nach anlegen

Finanziell fällt es leichter, den Notfallvorrat nicht mit einem einzigen Einkauf anzulegen, sondern bei jedem Einkauf von einzelnen Produkten die doppelte Menge in den Einkaufswagen zu legen. So wächst dein Vorrat kontinuierlich an, bis er die von dir festgelegte Menge für deine Familie erreicht hat.

8. Die Hinweise zur Lagerung beachten

Achte auf die Hinweise zur Lagerung auf der Verpackung der einzelnen Lebensmittel. Die meisten Lebensmittel sollten trocken, kühl und dunkel sowie luftdicht verpackt aufbewahrt werden. Viele Lebensmittel kannst du bei richtiger Lagerung auch noch lange über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus verwenden.

9. Auch Haustiere müssen in Notsituationen fressen

Wenn du Haustiere hast, musst du auch für deine Lieblinge genug Vorrat zu Hause haben, denn auch sie müssen in Notsituationen versorgt werden können.

10. Das gehört auch zu einem guten Notfallvorrat

Zusätzlich zu ausreichend Lebensmitteln und Getränken solltest du unbedingt auch an diese Dinge denken:

  • Medikamente
    Wer regelmäßig bestimmte Medikamente einnehmen muss, sollte davon immer eine Reserve in der Hausapotheke haben, damit im Notfall die durchgehende Einnahme gewährleistet ist. Auch bei den Medikamenten musst du immer darauf achten, dass du die mit dem kürzesten Verfalldatum immer zuerst verbrauchst. Das solltest du außerdem in deiner Hausapotheke haben: Schmerzmittel, Fieberthermometer, fiebersenkende Mittel, Medikamente gegen Erkältungssymptome sowie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Wund-und Heilsalbe, Wunddesinfektion, Pflaster, sterile Kompressen, Mullbinden, elastische Binden und Kühlpads.
  • Hygieneartikel und Putzmittel
    Toilettenpapier, Seife, Duschgel, Haarshampoo, Spülmittel oder Spülmaschinentabs und Waschmittel gehören ebenso zu einer guten Notfallvorsorge wie Tampons und Binden sowie Verhütungsmittel.
  • Süßigkeiten
    Zusätzlich zum Lebensmittelvorrat sollten besonders Familien mit Kindern auch immer was Süßes oder was zu Knabbern im Haus haben, falls die gute Laune zwischendurch mal verloren geht. Das ist besonders in der Coronakrise sinnvoll, wo die Möglichkeit einer Quarantäne für Kindergartenkinder oder Schulkinder plötzlich eintreten kann.
  • Homeoffice und Homeschooling
    Hast du auch an genug Papier oder Druckerpatronen gedacht. Gerade im Homeschooling müssen viele Arbeitsblätter für die Schulkinder ausgedruckt werden und den Kleineren kannst du die Zeit damit vertreiben, dass du ihnen Malvorlagen ausdruckst. Deshalb kann es nicht schaden, auch genug Malstifte daheim zu haben.

Worauf solltest du achten, wenn in Krisenzeiten der Strom ausfällt?

Es muss gar kein deutschland- oder europaweiter Blackout sein, bereits ein technisches Problem deines regionalen Stromanbieters kann dafür sorgen, dass es bei dir zu Hause ziemlich ungemütlich wird.

Ohne Strom versagen sofort alle Kommunikationsmittel. Fernsehen, Radio, Telefon, Mobilfunk und Internet können nicht mehr genutzt werden. Deshalb solltest du für alle Fälle ein Radio, dass du mit Batterien betreiben kannst, zu Hause haben. So kannst du eventuelle Informationen von behördlichen Stellen verfolgen.

Kerzen, Teelichter, Streichhölzer, Feuerzeug sowie Taschenlampe und dafür passende Batterien sollten ebenfalls Teil deiner Notfallvorsorge sein. Kinder bekommen nachts im Dunkeln schnell Angst, die Verletzungsgefahr steigt, wenn du dich ohne Licht in deiner Wohnung oder deinem Haus orientieren musst und eventuell brauchst du ein Feuerzeug für deinen Gaskocher.

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Falls der Strom tatsächlich für längere Zeit ausfallen sollte, sind ein Campingkocher und eine gefüllte Gaskartusche hilfreich. So kannst du dir heißen Tee machen und eine warme Mahlzeit kochen. Bei einem Stromausfall im Winter sind außerdem altmodische Wärmflaschen empfehlenswert. Die kannst du mit heißem Wasser füllen und dich so etwas aufwärmen.

Auch wenn wir beim Einkaufen mittlerweile fast nur noch mit Karte zahlen, solltest du immer etwas Bargeld zu Hause haben. Bei einem Stromausfall werden zwar viele Läden nicht mehr öffnen können, aber wenn du kein Bargeld hast, kannst du auch in den Geschäften, die noch offen haben, nichts mehr kaufen.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass wir niemals einen Notfallvorrat brauchen werden.

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