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Hafermilch selber machen

Hafermilch aus Haferflocken kannst du schnell und einfach selber machen. Die pflanzliche Milchalternative spart nicht nur Geld, sondern auch Müll.

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Hafermilch für Allergiker

Hafermilch ist ein optimaler pflanzlicher Milchersatz. Für Betroffene mit Laktoseintoleranz, also mit einer Allergie gegen Milchzucker und für Allergiker, die das Milcheiweiß nicht vertragen, ist sie eine prima Alternative zur Kuhmilch. Auch für Menschen, die an einer Allergie gegen Sojabestandteile leiden, ist Hafermilch eine gute Wahl. Eine weitere pflanzliche Milchalternative ist die Mandelmilch, aber hier müssen die Nussallergiker passen. Auch hier können Betroffene unbesorgt zur Hafermilch greifen.

Hafermilch ist nachhaltiger als Kuhmilch oder Sojamilch und Mandelmilch

Hafermilch punktet nicht nur bei Allergikern, sondern auch bei all denjenigen, die sich Gedanken über ihren ökologischen Fußabdruck machen. Ein Liter Kuhmilch erzeugt 3,2 kg CO2-Ausstoß, ein Liter Hafermilch hingegen nur 0,9 kg. Sojamilch ist unter diesem Aspekt betrachtet auch keine Alternative, denn weite Teile des Regenwaldes werden abgeholzt, um Soja anzubauen. Die Mandelmilch erzeugt wesentlich weniger CO2-Ausstoß als die Kuhmilch, verbraucht aber bei der Herstellung 17 Mal mehr Wasser. Selbst gemachte Hafermilch ist für dich nochmals nachhaltiger, denn du produzierst damit weniger Müll und sparst auch noch Geld.

Gekaufte Hafermilch ist leider nicht glutenfrei

Allerdings ist gekaufte Hafermilch für Menschen, die an Zöliakie leiden, nur bedingt empfehlenswert. Hafer ist zwar von Natur aus glutenfrei, doch beim Anbau und bei der Produktion wird er durch andere glutenhaltige Produkte kontaminiert. Unbedenklich ist ein Wert von unter 20 ppm (mg / pro kg Produkt) und Produkte, die diesen Grenzwert einhalten können, werden daher auch als glutenfrei bezeichnet. Die Firma Oatly erklärt in ihren FAQs sehr gut, warum dieser Grenzwert bei der Produktion von Hafermilch leider nicht eingehalten werden kann.

Ist selbst gemachte Hafermilch glutenfrei?

Ob selbst gemachte Hafermilch glutenfrei ist oder nicht, entscheidest du. Verwendest du ganz normale Haferflocken, kann es sein, dass die Kontamination mit Gluten so hoch ist, dass es bei dir Beschwerden auslöst. Kann aber auch sein, dass du keine Beschwerden bekommst. An Zöliakie Erkrankte reagieren unterschiedlich empfindlich auf Gluten. Es gibt auch glutenfreie Haferflocken, wenn du die verwendest, ist deine Hafermilch 100 Prozent glutenfrei.

Wie gesund ist Hafermilch?

Hafermilch enthält reichlich sättigende Ballaststoffe, zum größten Teil wasserlösliche Beta-Glucane, die sich positiv auf den Blutzuckerspiegel, den Cholesterinspiegel und die Darmgesundheit auswirken.
Außerdem liefert sie jede Menge ungesättigte Fettsäuren, die unser Körper nicht selbst herstellen kann und die wir mit der Nahrung zu uns nehmen müssen. Bei der Verarbeitung des Hafers gehen viele Nährstoffe verloren, sodass die fertige Hafermilch im Vergleich zur Kuhmilch kaum noch Nährstoffe enthält.

Hafermilch enthält im Gegensatz zur Kuhmilch kein Kalzium. Deshalb musst du darauf achten, genug andere kalziumhaltige Lebensmittel zu essen, wie zum Beispiel grünes Gemüse (Spinat, Grünkohl oder Brokkoli), Leinsamen oder Mohnsamen, Haselnüsse oder natürliches Mineralwasser trinken.

Sollten Säuglinge Hafermilch trinken?

Nein, denn Hafermilch fehlen Proteine und das Vitamin B 12, die Säuglinge unbedingt brauchen. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2017. Deshalb sollten Babys bis zum ersten Lebensjahr auch bei Laktose- oder Glutenunverträglichkeit keine Hafermilch trinken, sondern lieber hyperallergene Säuglingsnahrung. Bis zum Alter von 1 Jahr brauchen Säuglinge sehr viele Nährstoffe, die nicht alle in der Hafermilch enthalten sind. Übrigens auch nicht in Kuhmilch. Hafermilch enthält außerdem viel Zucker und industriell hergestellter Hafermilch werden oft künstliche Zusatzstoffe beigefügt, wie zum Beispiel Kalzium. Deshalb sollten Babys, bis sie 1 Jahr alt sind, Muttermilch oder spezielle Säuglingsnahrung trinken.

4 Gründe, warum sich Hafermilch sehr gut als Milchersatz eignet

  • mit Hafermilch kann man Kochen und Backen
  • sie kann mit einem Milchschäumer aufgeschäumt werden und eignet sich so für zahlreiche Kaffeevarianten
  • hinerlässt bei der Produktion einen geringeren ökologischen Fußabdruck als andere pflanzliche Milchalternativen
  • gut geeignet bei Allergien gegen Sojabestandteile, Milchzucker, Milcheiweiß und Nüsse

Rezept für selbst gemachte Hafermilch

Hafermilch in einer Flasche und Kekse auf einem Kuchengitter

Das brauchst du für 1 Liter:

  • 1 Liter kaltes Wasser
  • 100 g Haferflocken
  • 1 Prise Salz
  • wahlweise 3 Datteln, Zimt, Vanille, Agavendicksaft oder Honig für eine süßere Variante

So wird’s gemacht:

  1. Die Haferflocken in einen Standmixer geben und mit kaltem Wasser übergießen. Die Haferflocken ca. 5 Minuten quellen lassen.
  2. Optional die Süße deiner Wahl hinzufügen.
  3. Anschließend alles auf höchster Stufe 3 Minuten lang mixen.
  4. Zum Schluss siebst du die Masse durch einen Nussmilchbeutel in eine verschließbare Flasche. Anstatt eines Nussmilchbeutels kannst du auch ein feines Sieb oder ein grobes Leinentuch verwenden.

Lass es dir schmecken!

Tipp: Falls der Standmixer zu warm wird, einfach ein oder zwei Eiswürfel hinzufügen.

Die fertige Hafermilch ist im Kühlschrank ca. 3 Tage haltbar. Wegen der kurzen Haltbarkeit kann es sinnvoll sein, wenn du nur die Hälfte der Zutaten verwendest.

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