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Wie du deine Maske reinigen oder desinfizieren kannst

Du musst regelmäßig deine Maske reinigen oder desinfizieren damit sie dir zuverlässig Schutz bietet. Welche Möglichkeiten gibt es für FFP2- und FFP3-Masken.

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Egal ob medizinischer Mundschutz, FFP2- oder FFP3-Maske, irgendwann musst du deine Maske reinigen oder desinfizieren. Dafür gibt es mehrere Methoden, aber nicht jede Vorgehensweise funktioniert für alle Schutzmasken.

Für gute FFP2- und FFP3-Masken sind die Preise recht hoch, deshalb habe ich mir die Frage gestellt: Kann ich die Masken wieder verwenden und wenn ja, wie kann ich sie reinigen oder desinfizieren. Denn eigentlich ist die Schutzmaske ein Einmalartikel und sollte nach dem Tragen entsorgt werden. Da im Alltag die FFP2- und FFP3-Masken jedoch keinen Stäuben ausgesetzt sind, für die sie eigentlich gedacht sind, sondern den Träger vor Viren schützen sollen, können Sie mit bestimmten Methoden wieder aufbereitet werden. Gerade für die teure FFP3-Maske ist es daher sinnvoll zu wissen, wie du die Maske reinigen oder desinfizieren kannst.

Beim Tragen einer Schutzmaske sammeln sich Bakterien und Viren in und an der Maske. Beim Ausatmen bildet sich außerdem Feuchtigkeit in der Maske und bietet so einen wunderbaren Nährboden für Keime. Deshalb musst du regelmäßig deine Maske reinigen oder desinfizieren. Am besten hast du mehrere Schutzmasken, damit du sie abwechselnd tragen kannst.

Für die einfachen OP-Masken wird empfohlen, sie in einem geschlossenen Mülleimer zu entsorgen. Sie gehören ausschließlich in den Restmüll und nicht in die gelbe Tonne oder ins Altpapier. Sie sind ein Pfennigartikel und meiner Ansicht nach lohnt es sich nicht, die Bazillenschleudern rum zu tragen, bis sie desinfiziert werden können.

Wie du deine Alltagsmaske reinigen oder desinfizieren kannst

Eine Alltagsmaske ist entweder eine selbst genähte oder gekaufte Schutzmaske aus mehrlagigem Baumwollstoff.

Alltagsmaske

Mit der Alltagsmaske vermeidest du, dass beim Ausatmen die Aerosole weit verbreitet werden.

Die Maske reinigen, aber wie? Um die Alltagsmaske von eventuellen Coronaviren zu befreien, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • In einer Studie der FH Münster wird empfohlen Masken in einem auf 80° Grad vorgeheiztem Backofen 60 Minuten lang bei Ober-/Unterhitze zu desinfizieren. Achtung keine Umluft, da nicht sicher ist ob die Viren hierdurch verteilt werden können.
  • Die Masken können auch bei 90 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden. Auch danach sollten alle Viren und Bakterien abgetötet sein.
  • Alternativ empfehlen einige Virologen, die Alltagsmasken bei entsprechend hoher Temperatur zu bügeln. Mein Favorit ist das aber nicht, da die Temperatur des Bügeleisens nicht genau ermittelt werden kann.

Achte bitte immer darauf, dass du mit deinen Alltagsmasken immer so umgehst, als seien sie mit dem Coronavirus kontaminiert. Vorsicht ist immer besser…

FFP2- oder FFP3-Maske reinigen oder desinfizieren

Bei den FFP2- (KN95 und N95) und FFP3-Masken ist das Desinfizieren schon schwieriger. Diese Masken wurden unter anderem dafür entwickelt, um den Träger vor Viren und Bakterien zu schützen. Sie sind nur für die einmalige Nutzung zugelassen.

Maske reinigen: FFP3 Maske von Bartels Rieger

Die FH Münster empfiehlt in ihrer Studie, die Masken für sieben Tage an einem hellen Ort aufzuhängen und einfach abzuwarten, bis die Viren abgestorben sind. Diese Methode gilt für alle Maskentypen, auch für Alltagsmasken. Unsicherheit besteht allerdings bei der Dauer der Behandlung, denn selbst nach 10 Tagen konnten unter Laborbedingungen noch Erreger nachgewiesen werden.

Du benötigst also 7 Masken, um an jedem Tag eine andere zu tragen. Da nach 10 Tagen nur noch geringe Mengen nachgewiesen werden konnten, haben wir uns dazu entschlossen, je Person einen 14 Tage Rhythmus einzuhalten.

Eine weitere Methode ist, die Maske bei 80 °C trockener Hitze im Backofen zu desinfizieren. Bevor die Maske in den Ofen kann, soll sie einen Tag aufgehängt werden, damit sie an der Luft trocknen kann.

Der Ofen sollte bei Ober-/Unterhitze auf 80 °C vorgeheizt werden. Am besten du überprüfst das mit einem Backofenthermometer. In einigen Backöfen schwankt die Temperatur sehr stark. Deine Maske darf jedoch nicht über 90 °C heiß werden, da sich sonst die Struktur der Maske verändern kann und sie dann nicht mehr funktioniert. Auch solltest du deinen Backofen nicht auf Umluft stellen, da nicht sicher ist, ob sich die Viren durch die Umluft im Raum verteilen können. Nun soll deine Mundschutzmaske für 60 Minuten im Backofen bleiben, bevor sie wieder verwendet werden kann. Für FFP-Masken mit Atemventil und formstabile FFP2- und FFP3-Masken ist die Backofenmethode ungeeignet.

Im klinischen Bereich haben die Helios Kliniken** ein Verfahren erarbeitet (Link zur Pressemitteilung der Helios-Kliniken am Ende des Artikels), um ihre FFP2- und FFP3-Masken wieder aufzubereiten. Hier werden die Masken über einen Zeitraum von 9 Stunden bei 70 Grad behandelt und gelten danach als einer neuwertigen Maske gleichgestellt. Sie können dann wieder an jede beliebige Person ausgegeben werden.

Aber auch hier gilt, bei zu großem Hitzeeinfluss kann sich die Struktur der Maske allerdings verändern und die Schutzwirkung kann verloren gehen.

Welche Methoden sind ungeeignet, um Schutzmasken zu desinfizieren

Je nach Maskentyp kann die eine oder andere Behandlung der Maske schaden oder nicht zum gewünschten Ziel führen.

Maske reinigen oder desinfizieren: Das solltest du nicht tun!

  • Behandlung in der Mikrowelle
    Bei Masken mit Metallbügeln kann sich die Maske in der Microwelle entzünden. Bei FFP2- und FFP3-Masken kann sich die Struktur so verändern, dass die Filterwirkung nicht mehr gegeben ist.
  • Einfrieren der Maske
    Viren können selbst Temperaturen von -20°C überleben. Deshalb ist vom Einfrieren der Schutzmasken abzuraten!
  • FFP-Masken bei Hitze über 75°C behandeln
    Bei einer Behandlung von FFP2- und FFP3-Masken bei über 75 Grad Celsius kann sich die Struktur der Maske verändern und so die Maske unbrauchbar machen.
  • Abkochen der Masken
    Durch das Abkochen einer Schutzmaske können Viren zwar abgetötet werden, doch beim Kochvorgang können die Viren durch den Wasserdampf im Raum verteilt werden. Daher solltest du das nicht tun.
  • Bügeln der Schutzmaske
    Bügeln kann theoretisch funktionieren. Es könnte allerdings sein, dass die Hitze nicht tief genug in die Maskenschichten eindringen kann oder das eventuell zu kurz gebügelt wird. Deshalb halte ich diese Methode für sehr unsicher.
  • Einsprühen mit Desinfektionsmittel
    Das Einsprühen der FFP2- oder FFP3-Masken mit Desinfektionsmittel kann die Struktur beschädigen und die Schutzwirkung der Maske mindern. Eine Alltagsmaske müsste komplett in Desinfektionsmittel getränkt werden, um sicher zu stellen, dass auch alle Viren abgetötet wurden.
  • Maske reinigen durch Bestrahlung mit UV-Lampen
    Von der Bestrahlung mit UV-Lampen rät das Bundesforschungsministerium ab. Zum einen kann eine Beschattung (die UV-Strahlen erreichen nicht jede Stelle der Maske) nicht ausgeschlossen werden und es kann außerdem nicht sicher gestellt werden, dass bis in eine tiefere Schicht der Schutzmaske durchgedrungen werden kann.

Der richtige Umgang mit der Maske

Viele Menschen gehen zu sorglos mit ihrer Schutzmaske um. Die Maske wird auf- und abgezogen, zwischendurch unter dem Kinn oder am Handgelenk getragen, ständig wird der Sitz der Maske überprüft und immer wieder sind die Hände im Gesicht. Um dich möglichst gut vor einer Ansteckung zu schützen, solltest du einige wenige Regeln im Umgang mit deinen Schutzmasken befolgen.

  • Wenn du deine Schutzmaske aufsetzt, sollten deine Hände gewaschen oder desinfiziert sein.
  • Nach dem Aufsetzen solltest du die Maske so ausrichten, das sie gut sitzt und du sie nicht immer wieder zurechtrücken musst.
  • Beim Tragen der Maske Hände weg von der Maske und dem Gesicht.
  • Wenn du deine Maske absetzen musst, behandle sie so als wäre sie mit Viren kontaminiert:
    • nicht rumliegen lassen, sondern in ein Behältnis geben
    • nicht wieder aufsetzen, sondern eine frische Maske benutzen
  • Beim Abnehmen der Schutzmaske nie die Maske vorne anfassen, sondern an den Bändern von hinten nach vorne abziehen.
  • Nach dem Abnehmen die Maske in einem luftdichten Beutel aufbewahren, bis du die Maske reinigen oder desinfizieren kannst.
  • Nach dem Abnehmen der Maske Hände waschen oder desinfizieren.
  • Lange Haare am besten zu einem Zopf zusammenbinden.
  • Möglichst keinen Bart tragen der die Maske undicht macht.
  • Weiterhin Abstand zu anderen Menschen halten.
  • Trotz Schutzmaske in die Armbeuge husten oder niesen.

Welche Schutzmaske dich am besten vor Coronaviren schützt erfährst du hier.

Coronaviren können auf der Maske aktiv bleiben

Wenn sich Coronaviren auf deiner Schutzmaske abgelagert haben, weil du selbst infiziert bist oder einer infizierten Person zu nahe gekommen bist, können die Viren dort mehrere Tage aktiv bleiben. In einer australischen Studie*** (Link zur Studie am Ende des Artikels) wurde nachgewiesen, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 unter bis zu 28 Tagen auf unterschiedlichen Oberflächen überleben kann. Getestet wurde zwar unter Laborbedingungen, bei unterschiedlichen Temperaturen und im Dunkeln. Zu Beginn der Coronakrise hat meine Frau ihre Maske immer achtlos im Auto ins Handschuhfach geworfen, ohne zu wissen, dass gerade im Dunklen Viren länger überleben können. Selbst wenn das Virus nur wenige Stunden auf einer Schutzmaske überleben kann, besteht dadurch das Risiko einer Infektion. Gerade für mich als Risikopatient mit einer Lungenfibrose oder andere Betroffene mit Atemwegserkrankungen ist daher der sorgfältige Umgang beim Tragen, Abnehmen und Lagern der Schutzmasken besonders wichtig. Genauso wichtig wie das Vermeiden einer Infektion beim Maske reinigen oder desinfizieren.

Fazit: Behandle deine Maske immer so, als wäre sie mit Viren verunreinigt, denn ein falscher Umgang mit der Schutzmaske kann auch gefährlich sein!

Zuletzt aktualisiert: 25.07.2022

Quellen:
* Canadian Medical Association Journal
** Pressemitteilung zum Verfahren der Helios Kliniken
*** Studie überleben des Virus auf Oberflächen
Helios Kliniken GmbH
FH Münster Forschungsprojekt

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