StartErnährungSüßstoffe: Wie gesund sind Aspartam, Cyclamat, Saccharin und Co.

Süßstoffe: Wie gesund sind Aspartam, Cyclamat, Saccharin und Co.

Süßstoffe haben mehr Süßkraft als Zucker, aber kaum Kalorien. Sind sie deshalb tatsächlich gesünder als Zucker. Alles, was du wissen musst, liest du hier.

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Süßstoffe zählen wie Zuckeraustauschstoffe auch zu den Süßungsmitteln und werden als Zuckerersatz verwendet.

Was sind Süßstoffe?

Süßstoffe sind Zusatzstoffe zum Süßen von Lebensmitteln. Sie werden aus natürlichen Stoffen synthetisch hergestellt. Im Gegensatz zu den Zuckeraustauschstoffen liefern sie keine Energie. Süßstoffe haben zwar Kalorien, Aspartam zum Beispiel 4 Kilokalorien pro Gramm, aber die Süßkraft ist so hoch, dass die verwendete Menge kaum bis keine Kalorien enthält.

Sie wirken sich nicht auf den Blutzuckerspiegel aus, sie aktivieren lediglich Süßrezeptoren auf der Zunge und so nehmen wir den Geschmack als süß wahr. Sie sind nicht kariesfördernd, wirken sich also nicht negativ auf die Zahngesundheit aus.

Welche Süßstoffe gibt es?

11 Süßstoffe sind in der EU als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen. Die Zulassung garantiert, dass die Stoffe gesundheitlich unbedenklich sind.

  • Acesulfam K (E 950)
  • Aspartam (E 951)
  • Cyclamat (E 952)
  • Saccharin (E 954)
  • Sucralose (E 955)
  • Thaumatin (E 957)
  • Neohesperidin DC (E 959)
  • Steviolglycoside aus Stevia (E 960 a)
  • Enzymatisch hergestellte Steviolglycoside (E 960 c)
  • Neotam (E 961)
  • Aspartam-Acesulfam-Salz (E 962)
  • Advantam (E 969)

Acesulfam-K (E 950)

Die Süßkraft von Acesulfam-K ist 200-fach süßer als weißer Zucker und wird of in Kombination mit anderen Süßstoffen verwendet. Dadurch steigt die Süßkraft noch mal um ein Vielfaches an. Acesulfam-K ist hitzebeständig und lässt sich sehr gut lagern.

Wird verwendet in Zahnpasta und für Getränke.

Aspartam (E 951)

Aspartam ist 200-fach süßer als Haushaltszucker und wird aus zwei Aminosäuren hergestellt, die im Körper wie Eiweiß abgebaut werden. Aspartam ist nicht hitzebeständig und eignet sich daher nicht zum Kochen oder zum Backen.

Betroffene, die an der Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie leiden, dürfen Aspartam nicht verzehren, da es Phenylalanin enthält.

Aspartam wird für folgende Lebensmittel verwendet: Erfrischungsgetränke, Süßigkeiten und Kaugummis, Backwaren, Milchprodukte, Instantkaffee, Pudding und Fertiggerichte.

Cyclamat (E 952)

Cyclamat hat die geringste Süßkraft aller Süßstoffe, sie ist nur 35-fach höher als die von Zucker. Cyclamat wird oft in Kombination mit Saccharin verwendet (im Verhältnis 10:1), da die beiden Süßstoffe gegenseitig ihre Süßkraft verstärken, ohne geschmackliche Nachteile für die jeweiligen Lebensmittel. Cyclamat ist hitzebeständig und kann daher zum Kochen und zum Backen verwendet werden.

Cyclamat wird für Kaugummis und kalorienreduzierte Lebensmittel verwendet.

Saccharin (E 954)

Die Süßkraft von Saccharin ist etwas 550-fach höher als die des weißen Zuckers. Saccharin ist von allen Süßstoffen am längsten auf dem Markt und wir kennen diesen Süßstoff vor allem als Tafelsüße in Form von Tabletten, Pulver oder flüssig zum Süßen von Kaffee oder Tee. Saccharin ist hitzebeständig und behält seinen Geschmack auch wenn es eingefroren wird.

Saccharin wird oft in Kombination mit Cyclamat verwendet, vor allem für Light-Produkte.

Sucralose (E 955)

Sucralose ist ca. 500- bis 600-fach süßer als Zucker. Sucralose ist äußerst stabil in Bezug auf Hitze oder Licht und wird besonders gerne verwendet, da es keinen schlechten Nachgeschmack hinterlässt. Die meisten Süßstoffe haben einen bitteren oder metallischen Nachgeschmack.

Thaumatin (E 957)

Die Süßkraft von Thaumatin ist 2.000- bis 3.000-fach höher als die von Zucker und wird aus der westafrikanischen Katemfe-Frucht gewonnen. Thaumatin wirkt geschmacksverstärkend und hat einen Lakritze-artigen Nachgeschmack, verliert aber beim Backen und Kochen an Süßkraft.

Neohesperidin DC (E 050)

Die Süßkraft ist 400- bis 600-fach höher als die des Haushaltszuckers und wird aus den Flavonoiden von Zitrusfrüchten gewonnen. Flavonoide sind Naturstoffe, zu denen ein Großteil der Blütenfarbstoffe zählt. Neohesperidin DC unterdrückt bittere Geschmacksstoffe in Lebensmitteln und verstärkt die Wirkung anderer Süßstoffe.

Steviolglycoside (E 960)

Die Süßkraft liegt 200- bis 300-fach über der des Zuckers. Steviolglycoside wird aus der Stevia-Pflanze (Stevia rebaudiana, auch als Süßkraut oder Honigkraut bekannt) gewonnen und wird deshalb oft als natürlicher Süßstoff bezeichnet. Allerdings durchläuft der Ausgangsstoff ein aufwendiges chemisches Verfahren, sodass die Bezeichnung „natürlich“ irreführend ist. Stevia kann einen bitteren oder laktritzartigen Nachgeschmack haben.

Süßstoffe – Stevia Pflanze

Stevia* wird zum Süßen von Tees und Speisen verwendet.

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Neotam (E 961)

Neotam ist 7.000 – 13.000-mal süßer als Zucker und wird aus Aspartam gewonnen. Neotam schmeckt sehr zuckerähnlich und verstärkt die Aromen insbesondere von Zitrone und anderen Früchte, von Vanille, Minze und Schokolade.

Neotam wird vor allem in zucker- und energiereduzierten Lebensmitteln vewendet.

Acesulfam-Aspartamsalz (E 962)

Acesulfam-Aspartamsalz wird synthetisch hergestellt und ein Salz aus den beiden Süßstoffen Aspartam und Acesulfam-K. Seine Süßkraft ist etwas 350-fach höher als die des weißen Zuckers.

Achtung: Wie auch bei Aspartam müssen Betroffene, die an der Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie leiden, diesen Süßstoff meiden, da er Phenylalanin enthält.

Acesulfam-Aspartamsalz wird für Light-Produkte, Kaugummis, Schokolade und Instantgetränke verwendet.

Advantam (E 969)

Advantam ist in puncto Süßkraft der absolute Spitzenreiter unter den Süßstoffen. Advantam ist bis zu 37.000-fach süßer als Zucker, je nach dem, für welches Lebensmittel es verwendet wird. Advantam kann den bitteren Geschmack von Lebensmitteln reduzieren und die Aromen verschiedener Lebensmittel verstärken. Dazu gehören zum Beispiel Molkereiprodukte und Minze.

Advantam enthält Phenylalanin. Das heißt, Betroffene mit der Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie dürfen diesen Süßstoff nicht verwenden.

Wie hoch ist die Süßkraft von Süßstoffen?

Die Süßkraft der Süßstoffe ist etwa 30- bis 3.000-fach höher als die von weißem Haushaltszucker. Die beiden Süßstoffe Advantam (20.000- bis 37.000-fach) und Neotam (7.000- bis 13.000-fach) liegen noch weit über diesen Werten.

Sind Süßstoffe schädlich für die Gesundheit?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) prüft die Sicherheit aller Zusatzstoffe in Lebensmitteln und nur wenn der Zusatzstoff sicher ist, wird er zugelassen.

Allerdings beschäftigt sich eine neuere Studie aus 2021 mit den Auswirkungen der Süßstoffe auf das menschliche Mikrobiom. Die Süßstoffe Saccharin, Sucralose und Aspartam können gesunde Darmbakterien beeinflussen.

Escherichia coli (Kolibakterien) zum Beispiel haben wichtige Aufgaben in unserem Darm. Sie spalten unverdauliche Nährstoffe und wehren Krankheitserreger ab. Doch bereits beim Verzehr kleinster Mengen an Süßstoff kann sich die Darmflora verändern, die Bakterien können die Darmwand durchdringen und das Risiko für Infektionen kann ansteigen.

Süßstoffe sind immer mal wieder als gesundheitsschädlich und krankheitsfördernd für diverse Krankheitsbilder in der Diskussion. Definitiv bestätigt werden konnte das bisher nicht.

Zucker, Zuckeraustauschstoffe oder Süßstoffe sind nicht automatisch gesundheitsschädlich. Die Menge machts. Allerdings hat ein weitgehender Verzicht auf Zucker jeder Art eine positive Auswirkung auf deine Gesundheit.

Wie müssen Süßstoffe auf Lebensmitteln gekennzeichnet werden?

Für Süßstoffe gelten die gleichen Regeln wie für Zuckeraustauschstoffe, da sie beide zu den Süßungsmitteln zählen.

Lebensmittel, die Süßstoffe enthalten, müssen auf der Verpackung zwingend mit dem Zusatz „mit Süßungsmittel(n)“ und wenn sie Zucker und Süßungsmittel enthalten, mit dem Zusatz „mit Zucker und Süßungsmittel(n)“ versehen werden.

Weiterhin muss der Zusatzstoff in der Zutatenliste mit seinem Klassennamen Süßstoff und seiner Bezeichnung zum Beispiel Aspartam oder wahlweise mit der E-Nummer E 951 gekennzeichnet werden. Lose Waren oder Speisekarten benötigen nur den schriftlichen Zusatz mit Süßungsmitteln. Nähere Angaben sind nicht erforderlich.

Lebensmittel, die einen der beiden Süßstoffe Aspartam oder Aspartam-Acesulfam-Salz enthalten, müssen zusätzlich auf diese Phenylalaninquelle hinweisen, damit Betroffene mit der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie gewarnt sind.

Nährwertkennzeichnung von Süßstoffen

Süßstoffe tragen nicht nennenswert zum Nährwert eines Lebensmittels bei, da die verwendeten Mengen so gering sind. Deshalb haben sie kaum bis keine Auswirkungen auf die Nährwerte eines Produktes.


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