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Dörren – so geht’s

Was bedeutet Dörren und wie ganau geht das? In unserem Küchenlexikon von A - Z findest du Begriffe rund ums Kochen sowie hilfreiche Tipps und Tricks.

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Was ist Dörren?

Dörren ist das Trocknen von Obst und Gemüse durch warme Luft. Dabei wird dem Obst oder Gemüse durch das Dörren das enthaltene Wasser entzogen. Je weniger Wasser eine Obst- oder Gemüsesorte von Haus aus hat, desto kürzer ist die Zeit, die zum Trocknen benötigt wird und umso länger haltbar ist das getrocknete Lebensmittel.

Was kann man alles dörren?

Zum Trocknen eignen sich vor allem Obst und Gemüse, aber auch Kräuter und sogar Fleisch (Jerky).

Das Dörren von Obst ist insbesondere dann sinnvoll, wenn du aus eigener Ernte zu viel Obst hast und es nicht direkt verzehren kannst. Durch das Trocknen kannst du es für längere Zeit haltbar machen.

Obst

  • Ananas
  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Bananen
  • Birnen
  • Erdbeeren
  • Feigen
  • Kiwis
  • Mangos
  • Mirabellen
  • Orangen
  • Pfirsiche
  • Pflaumen
  • Zitronen
  • Zwetschgen

Du kannst natürlich auch Blaubeeren oder Johannisbeeren selber dörren, aber da sie viel Wasser enthalten, dauert das Trocknen sehr lange. Sie brauchen 24 – 36 Stunden zum Trocknen.

Dörren – verschiedene getrocknete Obst- und Gemüsesorten

Gemüse

Gemüse in dünne Scheiben schneiden, trocknen und nach Geschmack würzen. Diese leckere Alternative zu gekauften Kartoffelchips ist außerdem auch viel gesünder.

  • Auberginen
  • Karotten
  • Kohlrabi
  • Paprika
  • Pilze, z. B. Champignons
  • Rote Beete
  • Sellerie
  • Süßkartoffeln
  • Zucchini
  • Zwiebeln

Kräuter

Aus getrockneten Kräutern kannst du eigene Gewürzmischungen zusammenstellen, zum Würzen von Fleischgerichten und Soßen sowie Gemüse.

  • Basilikum
  • Currykraut
  • Dill
  • Maggikraut
  • Oregano
  • Petersilie
  • Pfefferminze
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Schnittlauch
  • Thymian
  • Zitronenmelisse

Wie kann man Obst und Gemüse dörren?

Zum Trocknen von Obst und Gemüse gibt es mehrere Methoden: Luftrocknen, im Backofen oder im Dörrautomat.

1. Obst und Gemüse dörren an der Luft
Das hört sich erst mal einfach an, da du dazu keinerlei Küchenutensilien brauchst. Aber so einfach ist es nicht. Du brauchst einen abgedunkelten Raum, in dem die Luft gut zirkulieren kann und in dem eine gleichbleibende und zwar niedrige Luftfeuchtigkeit herrscht. Die Temperatur sollte optimalerweise bei 20-25 Grad liegen. Die Trockenzeit beträgt unter diesen Voraussetzungen ungefähr 5-6 Tage. Im Sommer kannst du Obst und Gemüse auch draußen trocknen. Der Ort sollte allerdings vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein, denn sonst gehen zu viele Nährstoffe verloren.
Vorteil: Energiesparend und du benötigst dazu keinerlei Equipment.
Nachteil: Durch die lange Trocknungszeit ist die Gefahr der Schimmelbildung relativ hoch.

2. Obst und Gemüse im Backofen dörren
Das Trocknen im Backofen ist sehr viel einfacher als an der frischen Luft. Du legst das vorbereitete Obst oder Gemüse einfach auf ein Backpapier und trocknest es bei 35 – 70 Grad. Je nach Temperatur und Obst- oder Gemüsesorte dauert es 6 – 15 Stunden, bis der Trocknungsvorgang fertig ist. Während der ganzen Zeit musst du die Backofentür einen Spalt breit offen stehen lassen, damit die Feuchtigkeit abziehen kann.
Vorteil: kürzere Trocknungszeit als beim Trocknen an der Luft, keine Gefahr der Schimmelbildung.
Nachteil: Das Trocknen im Backofen ist sehr energieintensiv.

3. Obst und Gemüse trocknen im Dörrautomat
Ein Dörrautomat eignet sich besonders gut, um größere Mengen an Obst oder Gemüse zu dörren, da in einem Dörrautomat auf mehreren Etagen gleichzeitig getrocknet werden kann.
Vorteil: für größere Mengen Dörrgut geeinget, sie sind leistungsstark, was die Dörrzeit verkürzt und sind trotzdem energiesparend.
Nachteil: Anschaffungskosten. Wenn du allerdings oft Obst oder Gemüse trocknest, lohnt es sich, einen Dörrautomaten anzuschaffen.

Bei welcher Temperatur wird Obst und Gemüse gedörrt?

Obst und Gemüse wird bei 35 bis 70 Grad durch zirkulierende, warme Luft getrocknet. Je höher die Temperatur, desto kürzer ist die Trockenzeit. Eine höhere Temperatur hat allerdings den Nachteil, dass mehr Nährstoffe verloren gehen.

Wie lange ist gedörrtes Obst und Gemüse haltbar?

Getrocknetes Obst und Gemüse hält sich ca. 1 Jahr bei kühler und trockener Lagerung.

Ist Trockenobst gesund?

Frisches Obst enthält viel Wasser. Beim Trocknen wird dem Lebensmittel das Wasser entzogen und der Nährstoffgehalt verdichtet sich. Deshalb enthalten Trockenfrüchte verglichen mit frischem Obst viele Ballaststoffe und Mineralien wie Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium. Allerdings verdichtet sich nicht nur der Nährstoffgehalt, sondern auch der Zuckergehalt. Trockenobst enthält auf die gleiche Menge also deutlich mehr Zucker als frisches Obst. Zum Beispiel haben 100 g frische Aprikosen 48 kcal. Getrocknete Aprikosen hingegen kommen auf 241 kcal pro 100 g. Deshalb eignen sich Trockenfrüchte nicht als Snack für zwischendurch. Als Süßungsmittel für ein Müsli oder Porridge sind sie allerdings optimal und bringen zusätzlich Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien mit.

Tipps zum Dörren von Obst und Gemüse

  • Die Zutaten zuerst gründlich waschen und abtrocknen. Bleibt nach dem Abtrocknen noch eine Restfeuchte zurück, verlängert das die Trocknungszeit.
  • Je dünner die Scheiben oder die Würfel des geschnittenen Obstes oder Gemüses sind, desto kürzer ist die Trocknungszeit.
  • Achte darauf, dass du das Obst und Gemüse in gleich große Stücke schneidest, damit alles gleichmäßig getrocknet wird. Zum Schneiden eignet sich besonders gut ein Gemüsehobel.
  • Bei der Verarbeitung von Gemüse zu Chips kannst du die Schale ruhig dran lassen. Die schmeckt nach dem Trocknen schön knusprig.
  • Das zu trocknende Obst und Gemüse sollte immer nebeneinander liegen und sich nicht überlappen, denn diese Stellen, die übereinander liegen trocknen nicht so schnell wie der Rest.
  • Wenn du verschiedene Obst- oder Gemüsesorten tocknest, achte auf die Trocknungszeit und lege nur Sorten mit gleicher Trocknungszeit auf eine Ebene im Dörrautomat.
  • Kräuter solltest du auf niedrigen Temperaturen trocknen, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben.
  • Die Schale von Früchten verhindert das Austreten von Wasser, deshalb zum Beispiel Weintrauben oder Feigen zum Trocknen halbieren. Das verkürzt die Trocknungszeit.
  • Das Obst und Gemüse muss sich nach dem Trocknen absolut trocken anfühlen und darf nicht kleben. Außerdem darf keine Flüssigkeit mehr austreten, wenn du leicht auf das Obst und Gemüse drückst.
  • Nach dem Dörren sollte das Obst und Gemüse vollständig abkühlen. Dann kannst du es in ein luftdicht verschlossenes Gefäß füllen und trocken und kühl lagern.

Welche Lebensmittel kann man nicht dörren?

Lebensmittel, die einen hohen Fettgehalt haben, lassen sich nur extrem schwer trocknen. Sie werden nicht vollständig konserviert und in dem Fett können sich weiterhin Bakterien ansiedeln. Außerdem sind sie nur relativ kurz haltbar. Das selber Dörren von extrem fetthaltigen Lebensmitteln lohnt sich also nicht. Dazu zählen: Eier, Milch, Käse, fetthaltige Wurst und fetthaltiges Fleisch, aber auch Avocados.

Früchte mit einem sehr hohen Wassergehalt und einer zum Dörren eher ungeeigneten Oberfläche wie zum Beispiel Brombeeren haben eine sehr lange Dörrzeit. Daher ist es einfacher sie zu Fruchtleder zu verarbeiten. Dazu die Früchte pürieren, das Mus gleichmäßig auf ein Backpapier streichen und im Dörrautomaten trocknen. Anschließend das Fruchtleder in Streifen schneiden und aufrollen.

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